Taubenzecken. was tun?

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Taubenzecke

Ein Vertreter der Lederzecken, die Taubenzecke Argas reflexus, ist im ausgewachsenen Zustand mit einer Länge von 5-8 mm ein im Vergleich zu anderen einheimischen Zeckenarten verhältnismäßig großes Tier. Sie ist graubraun bis braun gefärbt und hat im hungrigen Zustand eine abgeplattete Körperform, während sie nach einer Blutmahlzeit deutlich angeschwollen und mehrere Millimeter dick ist. Im Folgenden wird ausschließlich die Taubenzecke beschrieben, da es sich hierbei um den einzigen in Mitteleuropa vorkommenden bedeutenden Vertreter der Lederzecken handelt.

Die Taubenzecke ist erwachsen im nicht vollgesogenen Zustand ca. 12 mm und sehr flach. Die lederartig feste Haut ist hell- oder dunkelgrau (manchmal gelbgrau) gefärbt und die Beine sind stets hellgrau. Der Körperrand ist senkrecht gestrichelt und aufwärts gebogen. Das Weibchen legt in den Sommermonaten mehrmals hintereinander und nach jeder Blutmahlzeit Gelege von 20 – 100 Eiern ab. Diese sind fast kugelrund, etwa stecknadelkopfgroß, zunächst bräunlich und später größtenteils milchig weiß gefärbt. Die nach etwa 3 Wochen aus ihnen schlüpfenden sechsbeinigen, lebhaft umherlaufenden Larven sind schmutzig gelb gefärbt und ziemlich stark behaart. Die Taubenzecken verbleiben 5 – 10 Tage auf dem erstbefallenen Wirt. Das ist für die Verbreitung der Art von großer Bedeutung. 8 Tage nach der ersten Blutaufnahme häuten sie sich zu Nymphen des ersten Stadiums und nach je 3 weiteren Wochen zu Nymphen des zweiten Stadiums und zum Adulttier. Die Nymphen gleichen, abgesehen von der Körpergröße, weitgehend den Geschlechtstieren. Die Gesamtentwicklung der Taubenzecke dauert mindesten 2 Jahre, in der Regel aber 3 Jahre oder mehr. Sie kann, da die Nymphen sich vor jeder Häutung einmal vollsaugen müssen, durch Mangel an Sauggelegenheit sehr stark verlängert werden.

Wie kommen Taubenzecken ins Haus?

Ist beispielsweise vor dem Ausbau eines Dachbodens, auf dem Tauben genistet haben, keine Taubenzeckenbekämpfung durchgeführt worden, dringen die hungrigen Taubenzecken auf der Suche nach geeigneten Blutspendern über winzige Öffnungen in benachbarte, bewohnte Wohnungen ein. Selbst Rigipswände stellen kein Hindernis dar, da die Tiere durch Schrauben- oder Nägellöcher in die Wohnungen gelangen können. In diesem Fall ist eine professionelle Bekämpfung notwendig. Es ist keine Ausnahmesituation, dass neu ausgebaute Dachgeschosswohnung zurückgebaut werden mussten, damit eine erfolgreiche Bekämpfung durchgeführt werden konnte.

Eine Bekämpfung der Taubenzecken erfolgt unter Verwendung von chemischen Akariziden. Sie ist sehr aufwändig und muss in jedem Fall von einem professionellen Schädlingsbekämpfer durchgeführt werden. Auf Grund der Fähigkeit der Zecken, über lange Zeit hinweg zu hungern, müssen intensive Nachkontrollen erfolgen, und es muss gewährleistet sein, dass Tauben keinen Zugang mehr haben.

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