Waschbären 2016-10-13T16:50:59+00:00

waschbaeren-raccoon-882707_1920 waschbären Waschbären waschbaeren raccoon 882707 1920Die zunehmende Ausbreitung des Waschbären in Deutschland scheint unaufhaltsam zu sein. Manche Tierfreunde sind sehr entzückt von dieser Entwicklung und freuen sich, wenn sie den kleinen Maskenträger in der freien Wildbahn einmal zu Gesicht bekommen. Für andere kann der Waschbär jedoch zu einer echten Plage werden. Wenn der Waschbär sich im Schornstein oder auf den Zwischendecken des Dachbodens häuslich einrichtet und dabei sämtliche Baumaterialien auseinander nimmt, kann es zu erheblichen kostspieligen Schäden kommen. Auch umgeworfene Mülltonnen, zerwühlte Grasflächen oder leer gefischte Teiche sind ein großes Ärgernis.

Waschbären sind ähnlich wir Marder oder Siebenschläfer Lästlinge die in der Nacht für erhebliche Lärmbelästigung sorgen und die Bewohner von meistens Einfamilienhäusern am Stadtrand auf Trapp halten. Besonders für die Jungtieraufzucht oder Tagesversteck suchen sich Waschbären ein trockenes Plätzchen, das Sie dann nicht so schnell verlassen werden. Ein weiteres großes Problem bei Waschbären ist neben der Lärmbelästigung die Gefahr durch den Kot von Waschbären. Die hier enthaltenen Spulwürmer stellen ein ernstzunehmendes Hygieneproblem und eine Gefahr für jeden Menschen der damit in Kontakt kommt dar.

Zunehmend machen sich die Bewohner auch Sorgen, dass die Tiere Krankheiten einschleppen. Diese Bedenken sind nicht ganz unbegründet. Zwar sind nur wenige Waschbären mit der gefürchteten Tollwut infiziert, allerdings tragen viele Tiere den problematischen Waschbärspulwurm in sich. Dieser Spulwurm kann beim Menschen zu sehr schweren Krankheitsbildern führen. Übertragungen auf dem Menschen sind aber zum Glück äußerst selten! Trotz dessen ist Vorsicht geboten. Die reinlichen Waschbären errichten ihre Toiletten gerne auf erhöhten Plätzen wie z.B. auf einem Brennholzstapel oder dem Dachboden. Von diesen sogenannten Latrinen geht eine Gefahr aus, da sich in dem Kot die Eier des Waschbärspulwurms befinden. Besonders Kinder und Haustiere sollten von diesen Infektionsherden ferngehalten werden, um eine Erkrankung zu vermeiden!

Folgende Punkte deuten auf einen Waschbären hin:

  • Typische Schäden treten besonders in Zwischendecken, Dachböden und Ställen auf. Hier nehmen die Kleinbären Leichtbauwände, Dämmmaterialien, elektrische Leitungen oder alte Kartons mit ihren scharfen Zähnen und den kräftigen Krallen auseinander, um sich ihren Schlafplatz gemütlich herzurichten.
  • Um ins Innere eines Gebäudes zu gelangen, schieben die Waschbären mit ihren geschickten Vorderpfoten lose Dachziegel zur Seite und vergrößern kleine Öffnungen. Auch verschlossene Dachluken, Rigipsplatten oder Bleieinfassungen an Schornsteinen stellen für die Waschbären keine Hindernisse dar. Achten Sie auf die typischen Biss- und Kratzspuren.
  • Lärmbelästigungen treten vor allem in der Abenddämmerung und am Morgengrauen auf. Unheimliche Kratz- und Scharrgeräusche, dumpfes Gepolter, aber mitunter auch lautes Quieken sind typisch für den Waschbären. Während der Aufzucht von April bis Juli kann es auch tagsüber etwas lauter werden.
  • Im Garten erkennt man das Treiben des Waschbären an umgekippten Blumentöpfen, aufgerissenen Müllsäcken oder Löchern im Rasen, die auf das Suchen von Regenwürmern hindeuten. Gerne hilft der Waschbär Ihnen bei der Ernte der Obstbäume und plündert nachts Zwetschgen, Kirschen oder Mirabellen. Auch kleine Tiere wie Küken, Fische oder Kaninchen sind vor dem Beutegreifer nicht sicher.
  • Waschbären benutzen in der Regel immer den gleichen Ort als Latrine und bevorzugen dafür einen erhöhten Platz z.B. einen Baumstumpf, einen Steinhaufen oder den Dachboden. Der Kot ähnelt dem eines kleinen Hundes, riecht aber nicht ganz so unangenehm.
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Waschbären in der Stadt fast schon ein alltägliches Bild

Waschbären bekämpfen: Nicht alle Methoden sind erlaubt

Keinesfalls sollte man einen Hund auf den Waschbären hetzen. Nicht nur, dass dies einen schweren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt, derartige Auseinandersetzungen gingen in der Vergangenheit durchaus für den Hund – und nicht etwa für den Waschbären – tödlich aus. Das berichtet zumindest der Brandenburger Landesjagdverband. Die Tiere seien sehr aggressiv und hätten im vergangenen Jahr vier Jagdhunde getötet, sagt Joachim Olbrecht, Präsidiumsmitglied des Verbandes. Kritiker, wie der ehrenamtliche Waschbären-Schützer Francesco Dati vom Tierschutzverein Lich (Hessen), werfen dem Verband allerdings vor, nur einen Vorwand zu suchen, um die Tiere jagen zu können.

Es ist gesetzlich verboten, Waschbären mit einer Lebendfalle zu fangen und an anderer Stelle wieder auszusetzen. Sollten Sie also ein Exemplar gefangen haben, müssen Sie es direkt vor dem Haus wieder in die Freiheit entlassen. Dabei ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, denn ein gefangener und in die Enge getriebener Waschbär kann unter Umständen sehr aggressiv werden.

Wer eine sofort tödlich wirkende Falle einsetzt, ohne eine Fangerlaubnis zu besitzen, die Mutter eines Wurfes junger Welpen tötet oder an anderer Stelle aussetzt, macht sich übrigens wegen Wilderei und Tierquälerei strafbar. Also besser dafür sorgen, eine friedliche Lösung für das Waschbärproblem zu finden. Wie genau die gesetzlichen Regelungen bezüglich Jagd und Vetreibung von Waschbären lauten, kann man übrigens im Bundesjagdgesetz nachlesen.

Waschbären können eine Reihe von Infektionskrankheiten und Parasiten auf Haus- und Nutztiere, sowie den Menschen übertragen. Als Vektoren fungieren dabei Flöhe, Läuse und Zecken, die im Fell der Waschbären leben. Neben der Tollwut kann der Waschbär auch andere infektiöse Krankheiten wie Staupe, Panleukopenie, Aujeszkysche Krankheit, das Canine Parvovirus, das Canine Adenovirus, Leptospirose, Tularämie (Hasenpest) und die Chagas Krankheit übertragen. Sehr häufig sind Waschbären von dem Spulwurm Baylisascaris procyonis befallen, der auch dem Menschen gefährlich werden kann. In manchen Gegenden der USA sind bis zu 80 % der Waschbären mit diesem Spulwurm befallen. Während für Procyon lotor selbst ein Befall kein Problem darstellt, kann dieser Parasit bei Fehlwirten wie Hund oder Mensch das zentrale Nervensystem schädigen, Blindheit verursachen oder sogar zum Tod führen. Die Eier des Spulwurms Baylisascaris procyonis werden mit dem Kot übertragen. Daher sollte man Waschbärkot möglichst verbrennen und bei dessen Beseitigung stets Handschuhe tragen.

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